2011

Auf den Spuren der Fledermäuse

Ein bisschen Theorie muß sein
Ein bisschen Theorie muß sein
Gespannte Erwartung: die erste Fledermaus im Nistkasten
Gespannte Erwartung: die erste Fledermaus im Nistkasten
Braunes Langohr
Braunes Langohr
Großes Mausohr
Großes Mausohr
Fransenfledermaus Fotos: Gerhard Kleinschrod
Fransenfledermaus         Fotos: Gerhard Kleinschrod

Am Montag den 15.8.11 trafen sich 42 Teilnehmer darunter 12 Kinder, zu den Fledermäusen in Gochsheim,  um mehr über das nächtliche und (un)heimliche Leben  unserer Insektenjäger zu erfahren. Zuerst wurde das Vorurteil ausgeräumt, das Flm. keine Vampire sind. Die Teilnehmer stellten später fest, dass sie kleine, zierliche und für den Menschen völlig harmlose Tiere sind. Außerdem haben die Teilnehmer noch vieles über und aus dem Leben der Fledermäuse erfahren.

Auf den Rundweg durch die Waldabteilung „Oberholz“ wurden zuerst die verschiedenen Quartiere ( Vogelnistkästen ) die von der Flm. zum Schlafen am Tage genutzt werden, erklärt.

Der Flm. ist es völlig egal ob die Nistkästen dreieckig, duadratisch oder rund sind, für sie ist es wichtig das er nach oben schmäler wird, um Körperkontakt mit den anderen Tieren zu haben um sich gegenseitig zu wärmen oder zu putzen.  Meist ziehen diese erst dort ein, wenn die Vögel die Kästen verlassen haben. Natürlich nutzen sie auch die vielen natürlichen Baumhöhlen und Spalten, als Quartier, im Oberholz.

Nach einiger Theorie wurde die erste Fledermaus im Nistkasten entdeckt, es handelte sich dabei um eine „Bechsteinfledermaus“ die immer wieder im Oberholz zu finden ist. Da sie eine von den kleineren Fledermausarten ist, waren doch einige über ihre Größe enttäuscht, denn sie hatten sie sich wesentlich größer vorgestellt. Jetzt ging es  darum die Flm. aus dem Kasten zu nehmen um ihr  Aug in Aug gegenüber zu stehen.

 Um aber überhaupt die Flm. in die Hand nehmen zu dürfen, haben wir alle Beteiligten darüber aufgeklärt, dass wir dafür eine Genehmigung von der „Höheren Naturschutzbehörde“ aus Würzburg besitzen, weil Flm. „streng geschützte Arten“ sind. 

Bevor wir sie aus dem Kasten nahmen, war es angebracht einen Handschuh an zuziehen, da die Flm.  natürlich versucht sich mit ihren spitzen Zähnen zu wehren. Jetzt war es soweit das jeder Einzelne ihr gegenüber stand und selbst entscheiden konnte ob er ihr mal über das Fell streicheln möchte oder nicht. Nach Informationen über ihr Ortungssystem, Nahrungsspektrum, Jungenaufzucht, Ohrgrößen usw. konnten alle auch die aufgespannte Flughaut bewundern bevor sie wieder in den Kasten zurück gesetzt wurde. 

Bei der weiteren Suche fanden wir zunächst nochmals zwei Quartiere von der Bechstein – Flm. mit jeweils ca. 20 Tieren. Die Bechstein - Flm hatte schon größere Ohren (bis 20 mm) so hatte die neue Art, Ohren bis zu 40 mm. Es handelte sich dabei um das „Braune Langohr“

Schön das unsere größte, einheimische  Flm. das „Große Mausohr“ auch zu finden war. Sie hat eine Flügelspannweite bis 400 mm und ein Gewicht bis zu 40 Gramm und hat ihr größtes Quartier (Wochenstube) bei uns,  mit ca. 1200 Tieren, im Schloß Sulzheim. 

Am Schluß fanden wir noch eine Wochenstube mit ca. 25 Fransen - Fledermäusen. Sie zählt auch zu den kleinen Arten, mit einer Flügelspannweite bis 280 mm  und ein Gewicht von 5 – 12 Gramm.

Am Ende der Führung,  waren alle Teilnehmer doch erstaunt, dass es bei uns noch einiges an Fledermäusen gibt und sie über diese nächtliche und heimliche Art einiges Wissenswertes erfuhren.

Diese Führung fand in Zusammenarbeit mit dem „Landesbund für Vogelschutz, Arten- und Biotopschutz (LBV), dem Verein für Gartenbau und Landespflege, Gochsheim und den Vogelschutzverein Schweinfurt statt.

Helene und Karl Günzel                                              Gochsheim, 20.8.2011

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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